Praktische Ausbildung

Die praktische Ausbildung

Die gesetzlichen Mindestvoraussetzungen sehen so aus:

  • 15 h Gesamtflugzeit, davon mindestens 10 h mit Lehrer und 2 h im Alleinflug
  • 45 Starts und Landungen
  • Durchführung eines Streckenfluges von mindestens 50 km im Alleinflug oder 100 km mit Fluglehrer

Anders wie beim Autoführerschein, werden sie schon in der Ausbildung alleine im Segelflugzeug fliegen. Der erste Alleinflug ist immer etwas sehr Besonderes für den Schüler und ein Erlebnis, an das sich jeder Pilot sein Leben lang erinnert..

Die Flugausbildung gliedert sich in vier Teilprüfungen, die alle vom Fluglehrer abgenommen werden:

  • Die A-Prüfung: Der erste Alleinflug
  • Die B-Prüfung: Steilkreise und erste Thermikflüge
  • Die C-Prüfung: Thermikflüge und der Slip (Seitengleitflug)
  • Der 50 km Überlandflug

Im ersten Abschnitt fliegt ihr mit dem Fluglehrer einen „Doppelsitzer“. Das ist ein Segelflugzeug, in dem zwei Personen fliegen können. Diese sitzen hintereinander und können Beide das Flugzeug steuern. Auf dem vorderen Sitzplatz nimmt der Flugschüler seinen Platz ein, auf dem Sitz dahinter, der Fluglehrer.

Die ersten Starts werden vom Fluglehrer durchgeführt, der Schüler „fühlt mit“. In der Luft werden Übungen geflogen um sich an die Steuerungen und das Verhalten des Luftfahrzeuges zu gewöhnen. Passt alles, kommen die ersten Starts und Landungen dazu, die der Flugschüler in Begleitung seines Fluglehrers selbstständig durchführt. Der Lehrer kann jederzeit eingreifen!

Je nach Talent und Übung wird das Steuer immer mehr an den Flugschüler übergeben, bis der Fluglehrer nur noch als „Ballast“ mitfliegt. Natürlich werden auch Notsituationen theoretisch durchgespielt und auch im Flug simuliert wie z. B. ein Seilriss bei einem Windenstart in geringer Höhe.

Nach etwa 30 – 60 Starts mit Fluglehrer ( je nach Begabung ) wird der Schüler durch einen zweiten Fluglehrer „ausgecheckt“. Danach folgt der große Moment:

Der erste Alleinflug!

Glechzeitig ist er die A-Prüfung, bei der drei Platzrunden Solo geflogen werden müssen.

Nach bestandener A-Prüfung darf der Flugschüler mit schriftlichem Flugauftrag oder in der Sichtweite des Fluglehrers am Boden, fliegen.

Birk nach seinem ersten Alleinflug

Im zweiten Abschnitt werden weitere, anspruchsvollere Übungen geflogen. Zu erwähnen sind Steilkreise mit Querneigungen von 60 Grad und mehr, sowie erste Thermikflüge mit Fluglehrer. Weitere Alleinflüge werden durchgeführt. Meistens lernt man hier weitere Segelflugzeugmuster kennen. Der Schüler fliegt jetzt auch “Einsitzer”, also Flugzeugtypen mit nur einem Pilotensitz.

Auch hier werden wieder drei Flüge des Flugschülers im Alleinflug durchgeführt, bei denen er die neuen erlernten Fähigkeiten zeigen muss.

Im vorletzten Ausbildungsabschnitt wird besonderer Wert auf das Thermikfliegen gelegt. Anfliegen der Thermik, Zentrieren, Steigen. Die ersten Streckeneinweisungen mit Fluglehrer werden durchgeführt, Außenlandeübungen mit dem Motorsegler durchgeführt. Außenlandungen, also Landungen außerhalb eines Flugplatzes wie z.B. auf einem abgeernteten Acker, sind für Segelflieger nichts Besonderes und werden in der Ausbildung geübt.

Zudem wird ein neues Flugmanöver erlernt: Der Seitengleitflug oder Slip genannt.

Zum Ende des Abschnitts wieder eine praktische Prüfung: Drei Solostarts mit Steilkreisen und einer „slippenden“ Landung.

Sofern die ersten drei Abschnitte erfolgreich durchlaufen und die theoretische Prüfung bestanden wurde, darf der Flugschüler mit einem schriftlichen Fluglauftrag des Fluglehrers einen Überlandflug durchführen. Er sollte vom Flugschüler geplant werden und muss mindestens 50 km lang sein. Es besteht auch die Möglichkeit anstatt 50 km, 100 km mit einem Fluglehrer zu fliegen! Zuvor muss die Theorieprüfung bestanden und das Sprechfunkzeugnis vorhanden sein.

Der Flugauftrag wird am Zielflugplatz unterschrieben und ist Voraussetzung für die Zulassung zur praktischen Luftfahrerprüfung.

Jovana beim Briefing mit Fluglehrer Hermann vor ihrem 50 km Flug nach Sinsheim

Jovana beim Briefing mit Fluglehrer Hermann vor ihrem 50 km Flug nach Sinsheim

Bei der Prüfung setzt sich ein von der Behörde zugewiesener Prüfer mit in das Segelflugzeug. Er möchte vom Prüfling einige Flugmanöver sehen und fragt eventuell theoretisches Wissen ab.